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Jiaogulan – das Unsterblichkeitskraut

Kennst du das Unsterblichkeitskraut? Als ich den Namen der Pflanze zum ersten Mal hörte, war ich ganz interessiert. Ich stand vor einem riesigen Angebot an Grünpflanzen bei mir auf dem Markt und hörte der Verkäuferin ganz interessiert zu, als sie mir von dem Unsterblichkeitskraut erzählte. Natürlich habe ich nicht lange überlegt und das Kraut mit nach Hause genommen. Und seitdem wächst es in meinem Garten. Das tolle ist, dass es sogar winterhart ist und jedes Jahr aufs Neue austreibt und meinen Garten verschönert. Schnell bildet es Triebe, verwurzelt sich sofort, wenn ein Trieb auf die Erde kommt und wächst innerhalb kurzer Zeit zu einem schönen Busch. Es erinnert ein bisschen an Efeu, da es sich seinen Weg an Wänden entlang sucht. Das tolle ist, dass es essbar ist, lecker schmeckt und es so schnell wächst, dass ich gar nicht mit Essen hinterher komme!

Aber was ist nun das Besondere an diesem Kraut? Und warum wird es Kraut der Unsterblichkeit genannt?

Herkunft und Verbreitung

Das Jiaogulan (sprich: „Dschiau-gu-lan“) gehört zur Familie der Kürbisgewächse und ist somit eine leicht zu ziehende Rankpflanze. Der botanische Name der Pflanze lautet Gynostemma pentaphyllum. Das Jiaogulan wächst in guter Erde schnell und man kann schon nach wenigen Wochen die Blätter und Triebe ernten. Im Herbst verwelken die Blätter und die Pflanze zieht sich in die Erde zurück. Im nächsten Frühjahr treibt sie wieder aus. Daher ist sie eine einjährige Pflanze, die sogar bis ca. -18 Grad winterhart ist. Trotzdem decke ich sie über den Winter mit einigen Tannenzweigen ab, da es in ihrer Heimat bei weitem nicht so kalt ist. Es ist auch eine Überwinterung im Haus möglich, dann wächst sie das ganze Jahr über.

Die Herkunftsländer sind China, Japan, Thailand, Taiwan und Korea, wo die Pflanze auch liebevoll “Kraut der Unsterblichkeit” genannt wird. Unter anderem wird das Kraut auch Frauenginseng, Five Leaves Ginseng, Miracle Grass bzw. herb of immortality oder Anti-Aging-Kraut genannt. Frauenginseng übrigens deswegen, weil Jiaogulan von Frauen besser vertragen wird als der Ginseng. Ginseng enthält etwa 20 Saponine, während im Jiaogulan über 80 Saponine nachweisbar sind. Diese Saponine sind natürliche organische Verbindungen, die unter anderem an der Hormonsynthese beteiligt sind.

Mit Sicherheit wird man durch den Verzehr des Krautes nicht unsterblich, jedoch gibt der Name Aufschluss über die Wirkung der Pflanze. Forscher stellten fest, dass in bestimmten Regionen Chinas die Lebenserwartung der Menschen höher ist als in anderen Regionen. Z.B. in der Provinz Guizhou gibt es weit mehr über 100-jährige Menschen als irgendwo anders im Land. Dies wird auf den dort stark verbreiteten und regelmäßigen Verzehr des Jiaogulan zurückgeführt.

Seit einigen Jahren wird Jiaogulan nicht nur in China und Japan sondern auch in den USA und Europa zunehmend beliebter und wird als preisgünstige Alternative zum Ginseng gesehen. Die Inhaltsstoffe sind tatsächlich zum Teil mit denen von Ginseng identisch. Jedoch wirkt das Jiaogulan viel besser. Es enthält sogar noch eine eigene Klasse von Saponinen, die sogenannten Gypenoside, die hauptsächlich für die wohltuende Wirkung verantwortlich sind.

Die Pflanze wächst wunderbar bei Temperaturen über 20 Grad und bevorzugt einen hellen Standort jedoch keine direkte Sonne. Wenn das Jiaogulan dauerhaft der Sonne ausgesetzt ist, dann werden die Blätter gelb und welken. Über den Winter kann man das Jiaogulan auch wie eine Zimmerpflanze halten und ist dadurch durchgehend grün.

Im vorderen Bereich siehst du das Jiaogulan, wenn es im Frühjahr anfängt zu treiben

Jiaogulan

Und so sieht es heute aus:

Jiaogulan  Jiaogulan

Die Blätter sehen so aus:

Blätter des Jiaogulan  Blätter des Jiaogulan

 

Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin

Jiaogulan war schon immer ein wichtiger Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin und hat hier auch einen hohen Stellenwert. Zudem hat das Jiaogulan eine sehr lange Geschichte. Erste Aufzeichnungen über das Kraut der Unsterblichkeit gehen bis zur Ming-Dynastie des 15. Jahrhunderts zurück. Man sagt ihr viele positive Eigenschaften auf die Gesundheit nach, die bereits seit Jahrhunderten genutzt werden. Unter anderem wird in der TCM das Jiaogulan eingesetzt, um:

  • Immunsystem zu stärken
  • Nervensystem zu stärken
  • Blutzuckerspiegel zu senken
  • Blutfettwerte zu senken
  • Herz, Leber und Lunge zu schützen und zu stärken
  • Tumorwachstum zu hemmen (nachweislich krebshemmende Wirkung)
  • Stoffwechsel anzukurbeln
  • Gifte im Körper aufzulösen z.B. bei Blutvergiftung
  • Hitze auszuleiten
  • Cholesterinspiegel zu senken
  • Hepatitis zu behandeln
  • Magen-Darm-Entzündungen zu behandeln
  • chronische Entzündungen zu heilen
  • Bildung weißer Blutkörperchen zu unterstützen
  • Blutgerinnsel vorzubeugen
  • Schlaganfälle und Herzinfarkte vorzubeugen
  • bessere Nährstoffversorgung innerer Organe zu haben
  • Stressresistenter zu werden

Das Jiaogulan ist mittlerweile in die Königsklasse der Heilpflanzen, den Adaptogenen, aufgestiegen. Adaptogene sind ungiftige Pflanzen, die ohne Nebenwirkungen eine ausgleichende und ausbalancierende Wirkung auf unseren Körper haben. Zu dieser Königsklasse der Adaptogene gehören z.B. auch Ginseng, die chinesische Heilbeere Schisandra, der Ling-Zhi-Pilz (Reishi), die indische Schlafbeere „Ashwaganda“ und nun auch das Jiaogulan. Die Wirkung von Jiaogulan passt sich den jeweiligen Bedürfnissen des Körpers an. So wird ein „Zuviel“ von Körperfunktionen gebremst und ein „Zuwenig“ angehoben, und alles ohne Nebenwirkungen.

 

Verwendung in der Küche

In asiatischen Raum werden die frischen Blätter als Salat oder Spinatersatz verwendet. Aber auch für Zwischendurch kann man die Blätter verzehren. Zudem kann sowohl aus den getrockneten als auch aus den frischen Blättern Tee zubereitet werden. Dazu werden einfach die Blätter mit heißem Wasser übergossen und ca. 5-10 Minuten ziehen gelassen. Die frischen Blätter schmecken übrigens besser als die getrockneten und die jungen Triebspitzen sind am nahrhaftesten. Ähnlich dem Grüntee wird er umso bitterer je länger der Tee zieht. Die Wirkstoffe werden aber erst nach ca. 5 Minuten freigesetzt, daher sollte der Tee mindestens solange ziehen.
Der Geschmack variiert je nach Anbaubedingungen und unterschiedlichen Erntestadien von süßlich über herb Lakritz artig bis hin zu säuerlich.

 

Kaufen kannst du das Jiaogulan übrigens auf deinem Wochenmarkt am Kräuterstand. Wenn es das Kraut nicht geben sollte, dann frag einfach mal nach, ob es bestellt werden kann. Du bekommst es auch in Gärtnereien, die auch Kräuter anbieten. Im Internet kannst du Jiaogulan hier  bestellen.

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